Webdesign im Saarland - Was ist Web 2.0 und Ajax?
Nachdem gegen Ende des Jahres 2001 die grosse Internet-Blase geplatzt ist, wurde das
Internet als ein überschätzer Hype abgetan. Viele Kapitalgeber und Firmen zogen sich
zurück, der Dotcom-Crash trennte die Spreu vom Weizen und viele Internetfirmen
sind mittlerweile profitabel beziehungsweise haben einen Aktienwert, der auf
den Niveau von Anfang des Jahres 2001 oder sogar darüber liegt. Sie sind die grossen
Firmen des Internets und somit massgeblich an der Entwicklung desselben beteiligt.
Allen voran ist hier Google zu nennen. Spästens seit dem Börsengang 2004 hat sich
Google von seinem Schwerpunkt - der Internetsuche - losgelöst und mittlerweile vergeht
kaum eine Woche, in der nicht eine neue Geschäftsidee unter dem Google-Logo
entsteht oder ein neuer Dienst gestartet wird. So wie zuletzt Google Trends. Unter
google.com/trends kann man beobachten, wie oft nach Begriffen gesucht wird. Wer
z.B. Gerhard Schröder eingibt, sieht auf einem Diagramm, wie stark die Zahl der
Suchanfragen nach dem Ex-Kanzler seit Herbst 2005 zurück gegangen ist.
Aber auch mit Google Suggest wurde eine innovative Idee geschaffen, die mitterweile
auf tausenden von Websites wiederzufinden ist. Google Suggest ist eine Erweiterung
der Internet-Suchmaschine Google, mit der das Verwenden von relevanten Suchwörtern
erleichtert wird. Die Suchmaschine gibt nun auch Vorschläge bei der Suche (engl
to suggest = vorschlagen). Wenn man einen Begriff nur teilweise eingibt, zeigt sie
die wahrscheinlichsten Ergebnisse zum Vervollständigen an. Google Suggest basiert
auf Ajax, einer Technologie, die eng mit dem Begriff Web 2.0 verbunden ist.
Was es mit dem Begriff Web 2.0 auf sich hat, ist immer noch nicht geklärt. Aber
wenn das Internet schon bei Version 2.0 angekommen ist, wie haben die vorherigen
Versionen ausgesehen? Hier ein kurzer überblick:
Web 0.5
Die Zeit vor dem WWW. Von 1988-1995, also kurz bevor das WWW populär wurde,
diente das Internet hauptsächlich der E-Mail- und Datenkommunikation.
Web 1.0
Das Web 1.0 ist das Web von 1996. Statisches HTML, reine Einwegkommunikation, klassische
Websites.
Web 1.5
Im Web 1.5, entstanden zur Dotcom-Zeit zwischen 1996 und 2001, wurden die Websites
dynamisch. Es ging im Wesentlichen um Hits & Eyeballs (Seitenabrufe) und visuelle
ästhethik (Webdesign, Suchmaschinenoptimierung). Interaktive Websites waren meist Shops, Communities oder Foren und immer
Insellösungen, da um User gekämpft wurde. Die verwendeten Technologien waren teuer
und speziell (CMS, Community Software, Personalisierung, ECommerce) und die User
hatten nur eingeschränkt die Möglichkeit, eigene Inhalte zu veröffentlichen.
Web 2.0
Im Web 2.0 gewinnen die Grundgedanken des Web wieder an Bedeutung: Offenheit, Standardisierung
und Freiheit. Die starke Blogging-Bewegung der letzten Jahre war der Auslass für diese Entwicklung.
Der Trend im Web ist jetzt schon deutlich erkennbar. Dank besserer PCs und Online-
Ausstattung in den letzten Jahren wuchs die Internetgemeinde schnell an und neue
Techniken erlauben es dem Nutzer, eigene Daten oder eigenes Wissen mit anderen zu
teilen. Statt weniger Privilegierter speisen jetzt viele Nutzer ihr Wissen ins Netz.
Ob der Trieb nach Aufmerksamkeit oder Idealismus dahinter steckt ist zweitrangig,
das Internet wandelt sich von der "money economy" zur "attention economy", stellte
Andreas Weigend fest, der ehemalige Vordenker von Amazon. Das Selbstgestalten des
Internets durch die Nutzer, das Sammeln von Wissen durch den Anwender lässt verschiedene
Meinung über die Zukunft des Webs aufkommen. Viele fürchten einen Qualitätsverlust,
auch bezüglich der Informationen. Wie vertrauenswürdig sind die Informationen im
Internet noch, wenn jeder Einfluss auf sie hat? Optimisten sehen die offene Internetgemeinschaft
als die Journalisten von morgen. Wieder andere sprechen vom ersten Schritt zum gläsernen
Menschen, andere bezeichnen es lieber als Transparenz der Daten. Wie jede Neuerung
gibt es Kritiker und Befürworter. Fest steht, dass am Ende etwas neues, revolutionäres
stehen wird und der Mensch selbst wird entscheiden, ob er es zum Guten oder Schlechten
zu nutzen weiss.
AJAX
Der Begriff Ajax steht für asynchronous JavaScript and XML, wobei Ajax noch weitere
Techniken umfasst als nur JavaScript und XML:
- Standardgerechte Präsentation mit XHTML und CSS
- Dynamische Anzeigen und Interaktivität mittels des Document Object Models
- Datenaustausch und -manipulation mit XML und XSLT
- Asynchrone Datenabfrage unter Verwendung von XMLHttpRequest
- und schliessich JavaScript, das all dies zusammenbringt
JavaScript und XML gehören schon seit längerer Zeit zu den Standard-Techniken im
Word Wide Web. Das Revolutionäre an Ajax verbirgt sich hinter dem Wort Asynchronous.
Mit Ajax hat man die Möglichkeit, asynchron Daten vom Server nachzuladen, ohne einen
kompletten "Roundtrip" vom Client zum Server zu machen. Diesen "Roundtrip" merkt
der Anwender normalerweise durch ein leichtes Aufblitzen der Webseite, als "Blink"
bezeichnet, da die HTML Datei in diesem Moment vom Browser nochmal neu gerendert
wird. Mit Ajax fällt dieser "Blink" weg und der Benutzer bekommt ein besseres Look
and Feel, da die Webanwendung in diesem Moment nicht mehr hängt. Er kann andere
Funktionen ausführen, während Ajax asynchron im Hintergrund mit dem Server kommuniziert.
Diese Asynchronität ermöglicht es Webanwendungen, sich ähnlich wie Desktop-Programme
zu verhalten.